Manche gehen –
und sind trotzdem jeden Tag noch da.

Hunde sterben nicht.
Sie gehen nur ein Stück weiter – und bleiben doch.

Am Anfang ist da dieses wilde Wackeln.
Das Schwänzchen, das nicht stillstehen kann.
Und jedes Mal, wenn es wackelt, wackelt etwas in uns mit.
Unser Herz. Und mit diesem Wackeln kommen die Tränen.

Erst sind es viele Tränen.
Schwere, rohe, kaum auszuhaltende.
Weil da plötzlich eine Leere ist, wo vorher Leben war.
Weil da Stille ist, wo vorher Schritte, Atmen, Nähe waren.

Mit der Zeit wird das Wackeln weniger.
Nicht, weil die Liebe weniger wird –
sondern weil sie sich verändert.

Die Tränen bleiben.
Aber sie fühlen sich anders an.
Sie tragen nicht mehr nur Schmerz,
sondern auch Dankbarkeit.

Dankbarkeit für Jahre voller Treue.
Für Blicke, die mehr gesagt haben als Worte.
Für ein Leben, das man teilen durfte.

Ich habe einen Hund gehabt, der an Krebs gegangen ist.
Ich hatte Zeit, mich vorzubereiten – und doch war ich es nicht. Es war der 24.12...

Ich habe einen Hund erlebt, der einfach gegangen ist.
Ohne große Krankheit. Ohne Abschied im klassischen Sinn. 
Und gerade das hat eine andere Art von Leere hinterlassen.

Und jetzt begleite ich meine Hündin,
die seit 2 Jahren eine chronische Krankeit hat  –
und trotzdem voller Lebensfreude ist.

Und hier habe ich etwas gelernt,
das ich vorher nur vom Kopf kannte:

Annehmen.

Nicht kämpfen gegen das, was ist.
Nicht ständig in der Angst vor dem, was kommt.
Sondern sehen, was jetzt noch da ist.

Die kleinen Momente.
Das Fressen mit Appetit.
Der Blick.
Das Dasein.

Annehmen heißt nicht aufgeben.
Es heißt da sein. Wirklich da sein.

Für den Hund.
Und für das eigene Herz.

Denn das Wackeln hört nie ganz auf.
Es wird leiser vielleicht. Seltener.
Aber es kommt immer wieder.

Und jedes Mal erinnert es uns daran:
Die Liebe ist noch da.
Und sie bleibt.

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